Autorenbiografie

Autorenbiografie

 

Max Stricker

 

Geboren bin ich am 23. Februar 1944 in Bauma, Kanton Zürich in der Schweiz. Als ich drei Jahre alt war, starb meine Mutter. In der Folge wurden meine zwei Schwestern und ich zusammen mit einer Halbschwester von einer Stiefmutter, selbst fast noch ein Kind, unter nicht immer erfreulichen Umständen großgezogen. Eine Lehre als Maschinenmechaniker entsprach nicht meinem Traumberuf, viel lieber hätte ich fernab von allen Menschen in Kanada als Feuerwächter die Wälder beobachtet. Nach dem obligatorischen Militärdienst und einer Weiterausbildung als Unteroffizier heiratete ich schon früh, im Jahr 1966. Ganz unterschiedliche Berufe übte ich immer nur für kurze Zeit aus, ein Abstecher in die Selbstständigkeit dauerte gerade einmal ein Jahr. Ich verdiente gut und wurde stolzer Besitzer eines alten Bauernhauses. Dann war ich die primitiven, aber gut bezahlten Arbeiten in der Baubranche leid und ich übernahm die technische Führung einer Pflugfabrik. Acker- und Schneepflüge standen im Verkaufssortiment. Die Firma war bankrottgegangen und von den 35 Angestellten behielt ich gerade einmal 7. Da ich ein wenig Italienisch sprach, half mir der „Capo“, die besten Mitarbeiter auszulesen. Nach einem Jahr konnte ich eine stolze Bilanz ziehen: Mit diesen wenigen Angestellten erzielten wir dieselbe Produktion wie früher mit der fünffachen Zahl und landeten in den schwarzen Zahlen. Ich arbeitete wie besessen, um zu beweisen, dass ich nicht zu jung war, um meiner Verantwortung gerecht zu werden. Das sollte übrigens für den ganzen Rest meines Berufslebens gelten. Erfolg war nur zu erreichen, wenn ich mehr als der Durchschnitt arbeitete, denn ohne den Titel einer höheren Schule nutzte mir mein Selbststudium in vielen Wissensgebieten nur wenig. Physik, Atomphysik, Astrologie, Psychologie, Elektrotechnik und Naturwissenschaft waren meine Hobbys. Meine Ausflüge in das Freud’sche Gebiet wurden mir beinahe zum Verhängnis. Nach einer Woche Nichterscheinen am Arbeitsplatz fand man mich bewusstlos und völlig dehydriert mit weiß gewordenen Haaren in der Dachmansarde, in der ich zu dieser Zeit hauste. Das geschah noch während meiner Ausbildung und prägte meine geistige Welt erheblich. Danach wurde ich sowohl zum Inbegriff eines introvertierten Menschen als auch zu dem, was man allgemein als „Workaholic“ bezeichnet. Erst viel später wagte ich mich wieder in dieses faszinierende Gebiet der Selbsthypnose, nachdem ich per Zufall auf ein Buch gestoßen war, das schamanisches Wissen vermittelte. Hier fand ich einen Weg, um nach Ausflügen ins innere Selbst wieder in den Alltag zurückzufinden.

Fast zwei Jahre Pflugfabrik. Jedoch: War dies nun mein Leben? Nein, sagte ich mir und bewarb mich um eine Stelle, welche mich in die USA bringen sollte. Ein Jahr Ausbildung, Elektronik büffeln, Englisch lernen, verschiedene Maschinentypen studieren, um selbstständig Reparaturen auszuführen, sowie das Neueste auf dem Weltmarkt kennenlernen: eine numerisch gesteuerte Drahterodiermaschine, einzigartig auf dem Weltmarkt und faszinierend. Dieser Maschinentyp sollte mich für den Rest meines Berufslebens begleiten und mir zu einem bescheidenen finanziellen Polster verhelfen, welches mir jetzt im Alter ein ebenso bescheidenes Dasein erlaubt.

Die erste Ehe ging nach 7 Jahren mit einer Scheidung zu Ende. Unsere beiden Söhne haben dies nach eigenen Aussagen als nicht allzu tragisch empfunden. Mehr der Not gehorchend eröffnete ich nach einer beinahe tödlich endenden Stresskrankheit 1974 eine eigene Werkstätte. Da ich in meinem Kleinstbetrieb weiterhin meine Ex-Ehefrau als Bürokraft beschäftigte – sehr zum Entsetzen vieler Leute ging das ganz gut –, konnte sie ihren Pflichten als Mutter bis zur Volljährigkeit der Kinder gut nachkommen.

Meine zweite Ehe, die mehr als 30 Jahre andauerte, wurde auf Wunsch meiner Frau geschieden. Als seitens meiner Frau von einem Scheidungsanwalt die Rede war, beschloss ich die Sache selbst anzupacken, um unnütze Streitigkeiten zu vermeiden. Mit Hilfe von Internetwissen verfasste ich eine großzügige Konvention, die zugunsten meiner zweiten Ehefrau ausfiel und seitens der sympathischen (!) Scheidungsrichterin ohne weitere Debatten abgesegnet wurde. Geholfen haben mir sicher die Zusprache und die Stellungnahmen der zwei Mädchen, die von meiner zweiten Frau mit in die Ehe gebracht wurden und die ich in all den Jahren groß werden sehen durfte. Mit ihnen verbindet mich noch heute eine sehr herzliche Beziehung.

Ja, das ist in aller Kürze mein Leben, Stand vor ungefähr einem Jahr. Da hatte ich bereits das Buch „13000 Jahre sind nicht viel“ und „Gender Fight – Kampf der Geschlechter“ geschrieben und wollte eigentlich umgehend das dritte Buch in Angriff nehmen. Das Jahr 2015 verflog jedoch im Nu und wurde dem Ausbau und dem Winterfestmachen meiner Hütte in Kanada gewidmet. Dies ist nun mein Hauptaufenthaltsort, den ich mehr liebe als alle anderen Orte, die ich je in meinem Leben kennenlernen durfte. Wie alle „seasonal residents“ muss ich jeweils das Land nach maximal 180 Tagen wieder verlassen. Ich nehme das in Kauf und hoffe auf den Goodwill des jeweiligen Immigrationsoffiziers, der in erster und letzter Instanz entscheidet, wie lange ein Besucher bleiben darf. Ich genieße jeden Tag, an dem ich hier sein kann.

Ja, da bleibt ja noch die Frage: Wie kommt ein Mensch, der sein ganzen Leben mit technischen Dingen zu tun hatte, zum Romanschreiben?

Die Erklärung ist simpel. Ich sagte mir: Wenn ich schreibe, mache ich in dieser Zeit nichts, das noch mehr Geld verschlingt, wie zum Beispiel technische Entwicklungen und physikalische Grundlagenforschung, zwei meiner Leidenschaften, die mich allzu viel Geld gekostet und den Ruhestand gefährdet hätten. Außerdem gab ein Besuch der Heidenmauer im Elsass den Anstoß, eine eigene Interpretation über deren Zweck und vor allem über deren Entstehungszeit zu verfassen. Ich bin heute wie damals überzeugt, dass ich mit meiner Argumentation richtig liege. Warum diese feste Überzeugung? Alles andere, was über diese Mauer gesagt und spekuliert wird, kann keine plausiblen abschließenden Erklärungen zu gewissen einzigartigen Details der Mauer geben und lässt Fragen offen. Das ist natürlich eine Respektlosigkeit gegenüber „studierten“ Ingenieuren, Doktoren und Professoren. Ich erlaube mir diese Untugend, weil ich auf meinem Fachgebiet und im Berufsleben gesehen habe, woher diese Herren letztendlich ihre Impulse zu Erkenntnissen erhalten. Ausschlaggebend und Grundlage ist fast immer eine Erkenntnis, die aus der Praxis kommt, von der Basis her. Für mich gilt, dass alles plausibel und nachvollziehbar sein muss, bevor es in mein Weltbild Einzug halten darf. Was ich nicht einordnen kann, wird vor mir hergeschoben und wieder hervorgeholt, sobald neue Impulse zu dem entsprechenden Thema auftauchen.

Die Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe, geben mir das Recht zu dieser Ignoranz gegenüber sogenannten „Kapazitäten“. Auch wenn es zu esoterischen Inhalten und Argumentationen kommt, müssen diese für mich zumindest denkbar sein und mit einem Filter gesiebt werden, der höchsten Standards gerecht wird, wenn es um den Respekt gegenüber Mitmenschen geht. Fehlt dieser Respekt, so kann die Sache ohnehin nicht von Dauer sein. Dogmen sind mir ein Gräuel auf allen Wissensgebieten, vor allem aber bei Religionen. Schließlich kam ich auf diese Welt, um mein eigenes Leben zu leben und um die Verantwortung dafür selbst zu tragen. Ich respektiere alle anderen Anschauungen, weil ich weiß, dass ich nicht unfehlbar bin. Verbale Auseinandersetzungen bei unterschiedlichen Meinungen liebe ich.

Ich sehe eine Respektlosigkeit gegenüber unseren Vorfahren, wenn es um die Vermarktung eines alten Kulturdenkmals geht, wie das bei der Heidenmauer der Fall ist. Der Umgang mit den Überresten ist auch heute wie bereits im Mittelalter von Ignoranten geprägt. Wir sind entsetzt, wenn wir hören, dass alte Kulturdenkmäler im Namen einer fragwürdigen Interpretation einer Weltreligion zerstört werden, um die Geschichte der Menschheit in andere Bahnen zu lenken. Dasselbe aber geschah in Europa im Mittelalter, als die alten heidnischen Gebräuche und kulturell wichtigen Orte von einer neuen dogmatischen Religion verdrängt wurden. „Heidnisches“ musste verschwinden und ausgerottet werden. Und heidnisch war natürlich die Heidenmauer, ein Ort, zu dem seit ihrer Entstehung Menschen pilgern, um zu sehen, was ihre Vorfahren geleistet haben. Schade, kann Neues nicht auch entstehen, wenn das Alte respektiert wird?

Mit solchen Gedanken befasste ich mich absolut dilettantisch in meinem ersten Buch. Das Resultat war entsetzlich. Inzwischen habe ich nach etlichen Misserfolgen bei der Suche nach Unterstützung durch den Verlag edition winterwork positive Hilfeleistungen bekommen. Die Verbindung zur Fehlerjägerin Birgit Rentz kam durch diesen Verlag zustande. Aus meinem „Schweizerdeutschkauderwelsch“ wurde etwas, das zumindest lesbar scheint, hoffe ich.

Wie es in meinem eigenen Werkzeugbau-Betrieb der Fall war, entwickelt sich nun auch das Schreiben mit einer Eigendynamik, die mich nicht mehr loslässt. Nur ist es leider so, dass ich immer noch kein wirklich gutes Deutsch beherrsche und weiterhin auf Hilfe angewiesen sein werde.

Ich hoffe, dass ich die Zeit finde, um interessierten Lesern mehr Einsicht zu geben in mein vergangenes und gegenwärtiges Leben und meine Homepage besser zu gestalten. Unter maxstricker.wordpress.com sollen meine Beiträge erscheinen.

 

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